Antioxidantien & freie Radikale

Immer wieder hört man, dass Antioxidantien so wichtig für einen gesunden Organismus sind.

Aber was wissen wir wirklich über diese Moleküle, die unsere Zellen vor freien Radikalen schützen und in welchen Lebensmitteln sind diese enthalten? Was sind überhaupt freie Radikale und woher kommen diese?

Freie Radikale - :( - sind unvollständige Moleküle, denen ein Elektron fehlt.

Also begeben sie sich auf die Suche nach einem weiteren Elektron um wieder vollständig zu werden.

Ein unaufhörliches Opfer-Täter-Spiel beginnt. Wenn ein freies Radikal entsteht dauert es 0,00000000001 Sekunden (!) bis das nächste Opfer attackiert wird. Aggressiv entreißt es dem nächstbesten intakten Molekül - :| - (z.B. Molekülen der Zellmembran, den körpereigenen Proteine oder der DNA) das von ihm benötigte Elektron. Diesen Elektronenraub nennt man Oxidation. Sobald sie jedoch das erträgliche Ausmaß übersteigen und den Körper belasten spricht man vom oxidativem Stress.


Oxidativer Stress kann folgende massive Schäden im Körper nach sich ziehen.

Die nachfolgende Aufzählung trifft sicher nicht auf jeden Menschen zu, jedoch soll es das Ausmaß zeigen, dass entstehen könnte. Meistens beginnt es jedoch bei Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwäche, müder, faltiger Haut, usw.

  • Eingeschränkte Zellfunktionen bis hin zum Zelltod Je nachdem welche Bereiche angegriffen werden kann sich dies in Venenschwäche, Krampfadern, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Probleme, Sehstörungen und Augenkrankheiten, Schlaganfall sowie nachlassende Konzentrationsfähigkeit bis hin zur Demenz äußern.

  • DNA-Schäden mit der Folge einer unkontrollierten Zellteilung (Krebs)

  • Zerstörung von Rezeptoren an der Zelloberfläche Substanzen, die von der Zelle benötigt werden (z.B. Insulin) können dann nicht mehr eintreten, da das Schlüssel-Schloss-Prinzip aufgrund der Zerstörung der Rezeptoren nicht mehr funktioniert. Dadurch könnte z.B. eine Insulinresistenz bzw. Diabetes entstehen.

 

Freie Radikale


Freie Radikale können sowohl vom Körper selbst als auch durch äußere Einflüsse entstehen.

Wenn Sauerstoff zur Energieproduktion benötigt wird entstehen im Körper bei der Zellatmung gleichzeig auch freie Radikale als Nebenprodukte. Wenn die Energieproduktion in Stresssituationen, beim Sport oder bei Krankheit steigen werden auch mehr freie Radikale "produziert". Wie immer ist die Dosis ausschlaggebend. Auch von unserem Immunsystem werden freie Radikale zu einem ganz bestimmten Zweck produziert. Diese können ganz gezielt Krankheitserreger wie aggressive Bakterien oder Viren zerstören oder akute Entzündungsprozesse eindämmen. In diesem Fall sind sie sehr wohl erwünscht und nützlich


ABER - in unserer modernen Welt kommen wir mit sehr viel Faktoren in Berührung, die die normale erträgliche Menge um ein Vielfaches anheben lassen, da wir mittlerweile unter einem Dauerbeschuss mit freien Radikalen zu leiden haben, z.B.:

  • Chemikalien und Lösungsmittel

  • Luftverschmutzung

  • schädliche Lebensmittel, z.B. industriell verarbeitete Fette oder Zucker

  • Lebensmittelzusatzstoffe - Konservierungsstoffe, Farbstoffe, künstliche Aromen

  • Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln

  • radioaktive und elektromagnetische Strahlung

  • übertriebene Sonnenbäder

  • Körperpflegeprodukte aus synthetischen Rohstoffen

  • Alkohol

  • Medikamente, Drogen und vielem mehr

Auf diese Weise soll - vorsichtigen Schätzungen zufolge - jede einzelne unserer 100 Billionen Körperzellen jeden Tag von mindestens 10.000 freien Radikalen attackiert werden. Um mit diesem Ansturm fertig zu werden, brauchen wir unbedingt Helfer - Antioxidantien.

 

Antioxidantien


Antioxidantien - :) - besitzen genügend Elektronen und sind bereit dem freien Radikal das fehlende Elektron zu geben nachdem es so aggressiv sucht ohne jedoch selbst zum Täter zu werden, da ihnen auch nach Abgabe des Elektrons kein Elektron fehlt. Die Kettenreaktion wurde somit unterbrochen.


Sie sorgen auf zweierlei Wegen dafür, dass die Zellen vor den Angriffen der freien Radikale verschont bleiben:

  1. Antioxidantien geben freiwillig Elektronen ab um Zellen zu schützen

  2. Antioxidantien wandeln sich nach der Elektronenabgabe in den meisten Fällen nicht selbst in ein freies Radikal um - wenn doch werden sie sofort wieder in ihre antioxidative Form gebracht

Wusstest du, dass...

... eine der Hautpaufgaben von Vitamin C die Regeneration eines Vitamin E - Radikals ist?

Wenn das Antioxidans Vitamin E zum freien Radikal wird, wird es sofort von Vitamin C wieder in die ursprüngliche Form gebracht und kann erneut als Antioxidans fungieren.

Dass Vitamin ein sehr starkes und auch das bekannteste Antioxidans ist erkläre ich euch an einem Beispiel, dass wir alle kennen: Sauerstoff als freies Radikal versursacht beim aufgeschnittenen Apfel einen Oxidationsprozess und dieser wird braun. Beträufelt man die Stelle mit Zitronensaft, in dem sehr viel Vitamin C enthalten ist, bleibt die Schnittstelle (zumindest für eine Zeit lang) hell und frisch.

Bei 10.000 Radikal-Angriffen pro Tag auf jede Zelle sind natürlich große Mengen Antixoxidantien nötig.

Für den modernen Menschen ergibt sich also die dringende Notwendigkeit sich aktiv vor freien Radikalen zu schützen und einen gleich bleibenden hohen Antioxidantien-Status zu sorgen.

In der modernen Ernährungsweise aus hauptsächlich industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln ist dies nicht möglich, da diese immer weniger Antioxidantien enthalten.


Zu den besonders antioxidantienreichen Lebensmitteln gehören z.B. die folgenden:

  • Beeren

  • kernreiche Trauben

  • Zitrusfrüchte

  • Granatapfel

  • Acerolakirsche

  • Tropenfrüchte

  • alle Kohlarten

  • grüne Blattgemüse

  • Gruken, Paprika, Tomaten

  • alle essbaren Wildpflanzen und -blüten

  • Sprossen

  • Gerstengras oder andere Gräser wie z.B. Dingkelgras, Kamutgras, etc.

  • Spirulina und andere Mikroalgen

  • Maca

  • Kräuter

  • Süßholz

  • Ingwer

  • Kurkuma

  • Lein- und Hanfsaat

  • Sonnenblumenkerne

  • Mandeln

  • Nüsse

  • Knoblauch und Zwiebeln

  • Zistrosentee


Jedoch gibt es auch einige Vorgehensweisen um von den Antioxidantien in den Lebensmitteln bestmöglich zu profitieren:

  • Milchprodukte nicht gemeinsam mit antioxidantienreichen Lebensmitteln verzehren. Spezielle Aminosäuren in der Milch verhindern die Antioxidantien ihre Aufgabe zu verrichten.

  • Die Lebensmittel möglichst frisch vom Erzeuger besorgen und frisch zubereiten.

  • Die Lebensmittel nur kurz lagern.

  • Die Lebensmittel so wenig wie möglich verarbeiten und nur schonend erhitzen.

  • Die Lebensmittel nicht angeschnitten oder zerkleinert stehen lassen.

  • Die Lebensmittel möglichst aus biologischer Erzeugung kaufen.

  • Biologisch angebaute Früchte und Gemüse möglichst mit Schale essen.

 

9 Tipps um im Alltag die Ernährung antioxidantienreicher zu gestalten


  1. BEREITE DEIN MÜSLI/PORRIDGE MIT EINEM PFLANZENDRINK STATT KUHMILCH ZU

  2. ERSETZE HERKÖMMLICHES FRUCHTJOGHURT DURCH FRISCHE FRÜCHTE MIT PFLANZENDRINKS ODER SOJA BZW. KOKOSJOGHURT

  3. GREIFE ZU ALTEN OBSTSORTEN UND KEINE NEUZÜCHTUNGEN

  4. BEVORZUGE ANTIOXIDATIVE FRÜCHTE

  5. MACHE GEMÜSE ZU DEINEM GRUNDNAHRUNGSMITTEL UND ERHITZE DIESE SO SCHONEND WIE MÖGLICH

  6. GREIFE ZU NATURBELASSENEN NÜSSEN, SONNENBLUMENKERNE, ETC. UND KEINE HERKÖMMLICHEN INDUSTRIE-SNACKS

  7. BAUE ÖFTERS MAL EINEN GRÜNEN SMOOTHIE IN DEINEN ALLTAG EIN

  8. MACHE DIR ÖFTERS FOLGENDE TEES: ZISTROSENTEE, INGEWERTEE, SÜSSHOLZTEE, KURKUMATEE (Kurkumatee immer mit einer Prise Pfeffer um die Bioverfügbarkeit zu erhöhen)

  9. BEVORZUGE GRÜNE LEBENSMITTEL