Blattgrün / No-Food-Waste

Herrlich - es ist Bärlauchzeit und ich freue mich schon meine jährliche Ration zu holen und zu verarbeiten. Das Internet ist voll von mit Bärlauch übersähten Waldlichtungen und Rezepten aus dem wilden Knoblauch. Für mich Grund genug NICHT darüber zu schreiben. :)


Stattdessen möchte ich aufzeigen, dass das Blattgrün nicht nur für Hasen und Meerschweinchen geeignet ist, sondern auch für uns Menschen sehr wohl gesundheitliche Vorteile mit sich bringt.


Fälschlicherweise wird nur das Gemüse verarbeitet und das Grün landet meist in der Biotonne oder auf dem Komposthaufen. Vorausgesetzt das Blattgrün wurde vor dem Verkauf nicht entfernt - das ist leider sehr sehr oft der Fall. Schade! Wenn man aber sein Gemüse selbst anbaut, kann dies natürlich nicht passieren und man hat haufenweise Blattgrün zur Weiterverarbeitung.


Wusstest du, dass das Blattgrün meist nährstoffreicher als das Gemüse selbst ist?

z.B. hat Karottengrün mehr Kalzium als die Karotte und Kohlrabiblätter haben mehr Vitamine als die Knolle.



Eines haben aber alle grüne Blätter gemeinsam: das Chlorohphyll, dem die Blätter die grüne Farbe und wir den Sauerstoff, den wir atmen, zu verdanken haben. Die Bezeichnung Chlorophyll kennen wir noch alle aus dem Biologie-Unterricht im Zusammenhang mit der Photosynthese.

 

Zur Auffrischung:

Die Photosynthese läuft in den Chloroplasten ab. In diesen befindet sich der Stoff Chlorophyll.

  • Das Chlorophyll absorbiert während der sogenannten "Lichtreaktion" das Sonnenlicht und wandelt die Lichtenergie durch ATP in chemische Energie um. Daraufhin gibt die Pflanze Sauerstoff als Abfallprodukt ab.

  • Die zweite Phase ist die "Dunkelreaktion". Hier stellt die Pflanze mit dem verbliebenen ATP aus Kohlenstoffdioxid und Wasser die Glucose her.

  • Die Glucose brauchen Pflanzen als Bau- und Energiestoff. Mit dem Sauerstoff können sie nichts anfangen. Deshalb geben sie ihn an die Umgebung ab.

 

In unserer Ernährung erbringt Chlorophyll ebenso erstaunliche Leistungen:

So fördert es u. a. die Ausleitung von Schwermetallen und Umweltgiften wie z. B. Pestiziden, aber auch Aflatoxine (Schimmelpilzgifte), die wir unweigerlich mit der Nahrung aufnehmen.

Besonders die Leber, die Nieren und das Verdauungssystem werden bei der Ausleitung von Toxinen unterstützt.

Als nützlicher Nebeneffekt wirkt das aktive Chlorophyll antioxidativ und antikarzinogen, ist also eine natürliche Waffe gegen freie Radikale und Krebs.

Mit den grünen Kraftgemüsen können wir Tag für Tag unser Immunsystem schützen, Bakterien abwehren, Entzündungen entgegenwirken und zu gesundem Gewebewachstum anregen.

Geradezu verjüngende Fähigkeiten spielt Chlorophyll in unserem Herz-Kreislauf-System aus, wo es zum Wachstum neuer Blutzellen anregt.

Desodorierend wirkt Chlorophyll bei schlechten Atem- und Körpergerüchen.

Ausserdem hilft Chlorophyll bei der Resorption von Eisen.


Merke: Je dunkler das Grün, desto mehr Chlorophyll. :)

Blätter aus folgenden Gemüsesorten kann man wunderbar weiterverarbeiten:

  • Karotten

  • Fenchel

  • Kohlrabi

  • Radieschen

  • Karfiol (Blumenkohl)

  • Rote Bete

Je nach Gemüsesorte können die Blätter wie folgt verwendet werden - einfach ausprobieren:

  • Würzen von Speisen und Suppen

  • zerkleinert als Einlage in Eintöpfen und Suppen

  • als Beilage gedünstet

  • Rohkostsalat

  • Pesto

  • grüne Säfte

  • grüne Smoothies


Neben Blattgrün und Salaten wird oft auf die Wild- und Heilkräuter vergessen.

Vermutlich weiß der "normale" Mensch auch viel zu wenig darüber, denn ein gewisses Maß an Grundkenntnissen sollte man schon besitzen um die wilde Natur als Gewürzschrank oder Apotheke nutzen zu können. Auch ich habe diesbezüglich noch zu wenig Wissen. In Form von Onlinekursen und Büchern möchte ich das jedoch heuer ändern. Vielleicht interessiert es auch dich in dieser Thematik tiefer Fuß zu fassen. :)

 

Pesto aus Karottengrün


Zutaten

  • 1 Bund Karottengrün (ca. 100g)

  • 70g Walnüsse

  • 2-3 EL Hefeflocken

  • 2 Knoblauchzehen

  • 60g Olivenöl

  • Salz

  • Pfeffer

Zubereitung


Das Karottengrün grob hacken und mit den restlichen Zutaten außer dem Öl in einem Food-Processor oder Mörser vermengen bis eine Paste entsteht. Dann das Öl hinzufügen und nochmals durchmixen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und in kleine Schraubgläser abfüllen.


Tipp

Um das Pesto länger haltbar zu machen gebe ich noch extra Olivenöl in das Glas um das Pesto damit komplett zu bedecken. Du kannst das Pesto aber auch einfrieren.


Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: statt Walnüssen kannst du auch Pinienkerne, Cashewkerne oder Kürbiskerne verwenden. Statt Hefeflocken kann natürlich auch klassischerweise geriebener Parmesan in das Pesto gegeben werden. Das Karottengrün kann prima mit Radieschengrün gemischt oder ersetzt werden. Auch mit Bärlauch klappt dieses Rezept einwandfrei, einzig den Knoblauch würde ich weglassen. :)


Ich hoffe, du nimmst dir das zu Herzen um in Zukunft Lebensmittel nicht mehr als Abfall zu betrachten.

Danke dir!