Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)

Den Holler, wie wir ihn in Österreich nennen, findet man häufig verbreitet in Hecken, feuchten Wäldern, Geröll, Steinbrüchen neben Äckern und bei Bauernhöfen.


Er gehört zu den Moschuskrautgewächsen, gedeiht auf jedem Boden und liebt es sonnig bis halbschattig. Der Strauch ist mehrjährig und kann bis ca. 10m hoch wachsen. Die Blütezeit ist von Juni - Juli. So gut wie alle Teile sind vom Hollerbusch verwendbar: Blüten, Blätter, Früchte, Rinde



Diese kann man wie folgt Konservieren, Aufbewahren:

Blütenstände zu Büscheln binden, aufhängen und im Schatten trocknen lassen. Anschließend abklopfen und die Blüten in einem Gefäß aufbewahren. Blätter und Rinde, die man von einem jungen Zweig schält, trocknet man im Halbschatten und lagert sie in Säckchen. Die Früchte werden zu Marmelade, Kompott oder Saft verkocht. Die Beeren sind roh leicht giftig und verursachen Brechreiz und Durchfall. Durch das Erhitzen von mindestens 5 Minuten verlieren die Beeren ihre toxische Wirkung (Blausäure). Bei Einnahme in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten!


Der Holunder war wegen Inhaltsstoffen und ätherischen Ölen immer schon ein altbewährtes Heilmittel für die Menschheit. Heute schätzt man vor allem die schweißtreibende, fiebersenkende und schleimlösende Kraft seiner Blüten bei Erklältungskrankheiten sowie die antioxidative Wirkung der schwarzen Beeren, die zwischen August und September erntereif sind.


Unser Immunsystem wehrt in jeder Stunde viele Angriffe von außen und innen (z.B. Schadstoffe in der Nahrung) ab. Meistens spüren wir garnichts davon. Erst wenn uns eine Infektion nach der anderen erwischt, merken wir, dass etwas nicht stimmt, dass unser Immunsystem wohl doch nicht ganz auf der Höhe ist. Hier ist der Holunder eine wirksame Hilfe zur Vorbeugung. In alten Kräuterbüchern wird er überschwänglich gelobt: Alles an ihm sei Medizin.




HOLUNDERBLÜTEN

hierfür gibt es unzähle Anwendungsmöglichkeiten, hier ein paar Vorschläge von mir:










in Oxymel

ist ein altbewährtes Hausmittel, das aus einem Teil Essig und drei Teilen Honig besteht (Sauerhonig), dem eine Vielzahl von positiven Auswirkungen auf dem Körper nachgewiesen werden kann.


Ich habe 300g Honig mit 100g Apfelessig vermischt und dann Holunderblüten hinzugefügt. Auf einem Teil Frischpflanzen kommen 2 Teile Oxymel. Dies lässt man dann ungefähr 2-3 Wochen stehen und seiht es ab. Das Oxymel kann dann löffelweise pur oder ein Löffel Oxymel mit 250ml Wasser aufgespritzt zu sich genommen werden. Man kann es auch Gurgeln, in Auflagen geben, etc.












in Sirup ohne Zucker


Zutaten: 60 Holunderblütendolden

2 Liter Wasser

1000 g Erythrit zu Puder gemahlen mithilfe eines Stand- oder Hochleistungsmixers

4 TL Pektin

40 g Zitronensäure

2 Zitrone


Zubereitung:

Zitrone in Scheiben schneiden. Die Holunderblütendolden vorsichtig ausschütteln oder an einem schattigen Ort auslegen, damit keine kleinen Insekten hängen bleiben bzw. sich von selbst verkriechen (nicht abwaschen). Stiele der Holunderblütendolden abschneiden.

Erythrit, Pektin sowie Zitronensäure miteinander vermischen und in das kalte Wasser einrühren.

Alles zusammen aufkochen und die Mischung anschließend wieder ein wenig abkühlen lassen.

Holunderblütendolden hineinlegen, mit den Zitronenscheiben bedecken und für mind. 24 Stunden abgedeckt stehen lassen. Flüssigkeit durch ein Tuch filtern und nochmals aufkochen.

Holunderblütensirup zum Haltbarmachen in sterilisierte Flaschen abfüllen, Flaschen auf den Kopf stellen und abkühlen lassen.




als Tee

Der Tee aus Blüten, heiß getrunken, ist schweißtreibend und fiebersenkend. Er beeinflusst zwar nicht die Ursache der Erkrankung, unterstützt aber den Körper, damit schneller fertig zu werden.

2 gehäufte TL Blüten werden mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen und 10 Minuten ausgezogen.

Für einen klassischen "Schwitztee" 1/2 Liter Tee, schnell trinken.

Geringer dosiert wirkt Holunderblütentee auch beruhigend bei Zahn-, Ohren- und Kopfschmerzen.


Holunderbad

4-5 Blüten für 12 Stunden in kaltes Wasser einweichen und die Flüssigkeit zum Badewasser geleert, macht eine wunderbar weiche Haut


Hollerstrauben

Holunderblütendolden in Palatschinken- / Pancaketeig herausgebacken



HOLUNDERBEEREN können wie folgt verarbeitet werden:




  • Saft

  • Likör

  • Schnaps

  • Kompott

  • Marmeladen, zB. mit Karotten





HOLUNDERBLÄTTER


Holunderblättertee wirkt blutreinigend und harntreibend

1 TL getrocknete Blätter mit 1/4 Liter kochendem Wasser überbrühen, 8 Minuten ziehen lassen. 1 Tasse über den Tag verteilt trinken mit viel Wasser


bei Insektenstichen und kleinen Wunden

kann ein Blatt zerdrückt und aufgelegt werden


Inhalation / Gesichtssauna

wirkt stimulierend und krätigend, Blätter gemeinsam mit Blüten in Wasser aufkochen und inhalieren



HOLUNDERRINDE


Holunderrindentee

1/2 TL Rinde mit 1/4 Liter Wasser zustellen und aufkochen lassen, etwas ziehen lassen und dann abseihen. Bei akuten Beschwerden bis zu 2 Tassen über den Tag verteilt trinken.

Hier gibt es eine Besonderheit: Ist die Rinde von unten nach oben geschält, wird er zu einem Brechmittel, wenn er von oben nach unten zu einem Abführmittel.


Rinde zum Räuchern

von 2-3 jährigen Ast-Teilen

Die Wirkung beim Räuchern ist reinigend, heilend und schützend, z.B. bevor man in eine neue Wohnung / Haus einzieht - Altes bannen und für Neues Platz machen.


 

Laut TCM werden die Blüten von der thermischen Wirkung her als kühl eingeordnet, die Rinde als warm. Die Blüten stärken Lunge, Niere und Blase, die Rinde aber Leber, Niere und Dickdarm. Wirkung liegt bei den Blpten in den Infektionskrankheiten mit Fieber, bei der Rinde sind es Verstopfung, Arthritis, Gelenks- und Muskelrheuma und Ödeme. Die Beeren werden bei Lebensmittelvergiftung gegeben, außerdem bei neuralgischen Schmerzen.