Zucker - das süße Gift

Man hört immer wieder, dass Zucker nicht gesund ist - jedoch ohne genauer Erklärungen und Hintergründe. Ich hoffe ich kann dir einen kleinen Einblick in dieses spannende, aber auch besorgniserregende Thema gewähren.



Ein Teelöfferl Zucker in den Kaffee, zum Frühstück ein paar Toastbroat mit Butter und Marmelade oder Nutella und einen Glas Orangensaft aus dem Tetra Pak. Weil dieses Frühstück nicht lange satt macht gibts dann zwischendurch noch gesüßte Snacks und zu Mittag weil es schnell gehen muss ein Fertiggericht vielleicht aber auch einen Salat mit einem gekauften Dressing und über den Tag verteilt gesüßte Getränke statt Wasser.


An dieser Stelle möchte ich das No-Go-Food-Journal beenden. Zu Mittag hat man den Wert an (raffinierten) Zucker mehr als überschritten und bei täglicher Zelebrierung dessen kann dies schnell gesundheitliche Nachteile nach sich ziehen.



Die gesundheitliche Nachteile und Folgen eines zu hohen Zuckerkonsums

Der weiße Haushaltszucker ist ein Zweifachzucker (Disaccharide) bestehend aus vielen Doppelmolekülen, in denen sich zwei Einfachzucker - Glucose und Fructose - zusammengeschlossen haben. Dieser wird, wie auch alle Kohlenhydrate, die mit der Nahrung aufgenommen werden, in unserem Zwölffingerdarm gespalten bzw. wird die Fructose in der Leber zu Glucose umgewandelt.


Nach dem Verzehr von Kohlenhydraten muss unsere Bauchspeicheldrüse Insulin ausschütten damit die Glucose auch in die Zellen geleitet werden kann wo Mitochondrien diese zur Energewinnung benötigen. Das Insulin fungiert hier wie ein Schlüssel der ins Schloss der Zelle passt. Man beachte auch, dass solange der Körper Insulin ausschüttet kein Fettabbau stattfinden kann.


Die Glucose, die aktuell nicht als Energie benötigt wird wird in ihrer Speicherform - Glykogen - in der Leber oder in der Muskulatur gespeichert. Wenn der Glykogenspeicher voll ist wird überschüssige Glucose als Fett in den Fettdepots des Körpers eingelagert und fördert bei mangelnder Bewegung das Übergewicht.


Wenn wir mehr Kohlenhydrate essen als unser Körper Energie benötigt kann sich über einige Jahre aufgrund des laufenden Zuckerüberschusses eine Insulinresistenz der Zellen bilden, da mehr Glucose vorhanden als benötigt wird. Die Zellen stumpfen ab und reagieren nicht mehr auf das Insulin. Die Mitochondrien benötigen jedoch Glucose zur Energiegewinnung und senden Signale. Daraufhin produziert die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin - vergebens. Der Zucker verbleibt im Blut und ein ständig erhöhter Blutzuckerspiegel und Typ-2-Diabetes sind hier die Folgen.

Besorgniserregend ist, dass sich der ehemalige "Altersdiabetes" seit einigen Jahren bei den 30-Jährigen um 70% angestiegen ist und neuerdings auch immer mehr Kinder von dieser Krankheit betroffen sind.


Da der weiße Haushaltszucker auch zu 50% aus Fructose besteht, könnte dies bei sensiblen Menschen mit langjähriger Fructose Intoleranz sehr wohl Auswirkungen haben, wie z.B. Bauchschmerzen und Krämpfe, Übelkeit, Blähungen, Durchfall.


Auch die Zahngesundheit lässt der Zuckerkonsum nicht unberührt.


Zucker in Kombination mit Getreide fördert Gärprozesse im Darm und verhindern damit massiv die Verdauung. Weiters sorgt ein Zuckerüberschuss dafür, dass sich die Zusammensetzung der Darmflora ins Negative ändert. Unser Darmflora unterstützt unter anderem das Immunsystem und die Verdauung.


Außerdem wird die Darmschleimhaut dünner. Im Endeffekt entsteht im Darm eine Umgebung, in der sich ungesunde Bakterien vermehren können und durch die Toxine der schlechten Bakterien kann als weitere Folge ein Leaky-Gut-Syndrom ("der leckende Darm") enstehen. Diese Toxine können dann auch in die Blutbahn geraten und dem Organismus erheblich schaden. Desweiteren können dadurch unverdaute Nahrungsteilen in den Blutkreislauf und die Gewebe gelangen. Gleichzeitig können dann (egal ob gesunde oder schlechte) Darmbakterien in die Darmschleimhaut eindringen. Sie gehören jedoch an die Oberfläche und nicht in sie hinein! Die Bakterien lösen im Inneren der Darmschleimhaut eine Entzündung aus. Auch Allergien und Automimmunerkrankungen können Folge eines Leaky-Gut-Syndroms sein.


Für die Candida-Pilze sind Zucker eine willkomene Nahrung und können je nach Ort der Ansiedelung im Körper dort Symptome und gesundheitliche Schäden nach sich ziehen.



Es gibt einige Faktoren warum man einen regelrechten Heißhunger auf Zucker entwickeln kann


Schwankungen des Blutzuckerspiegels mit ausgeprägten Unterzuckerphasen: Bei einer Ernährung, die auf isolierten Kohlenhydraten basiert bzw. auf Lebensmitteln, die sich auf den Blutzuckerspiegel auswirken (Lebensmitteln mit einer hohen glykämischen Last (GL)) können die viel zu hohen Zuckermengen, die ohne bremsenden Ballaststoffe und ohne anderweitige Begleitstoffe im Köper landen. Es kann sein, dass die Bauchspeicheldrüse "vor Schreck" über all den Zucker viel zu viel Insulin ausschüttet. Somit wird viel zu viel Glucose in die Zellen befördert und der Blutzuckerspiegel sinkt zu tief, so dass es innerhalb kurzer Zeit zu einer Unterzuckerung kommt.


Seelische Gründe:

Essen und ganz besonders süßes Essen wird von nicht wenigen Menschen zur eigenen Beruhigung (nach Stresssituationen) und zur Selbstbelohnung eingesetzt. Oft handelt es sich dabei um Menschen, die bereits als Kind von den Eltern eher Süßigkeiten als Zeit und Liebe erhielten. Und so "vewöhnen" sie sich auch noch im Erwachsenenalter mit Süßigkeiten und erleben nach dem Verzehr ein angenehmes Wohlgefühl und eine Art innere Ruhe.


Darmpilzbefall:

Durch einen anhaltenden hohen Zuckerkonsum erhalten die Darmpilze Nahrung und Energie zur Vermehrung. Je größer die Darmpilzpopulation wird, umso größer ist deren Hunger auf Zucker.

Isst der betreffende Mensch nun nicht so viele Kohlenhydrate, wie die Pilze brauchen, dann werden die winzigen Darmbewohner ungehalten. Ihren Heißhunger auf Zucker übertragen sie jetzt auf ihren Wirt, so dass nun dieser plötzlich einen extremen Heißhunger auf Zuckerhaltiges entwickelt und ohne das er weiß warum er nun Unmengen an Schokolade oder Spaghetti-Berge verdrücken "muss".


Zuckersucht:

Damit eine Sucht generell entstehen kann, braucht es einen Stoff, der süchtig machen kann (z.B. Alkohol, Nikotin oder Zucker) und gleichzeitig ein suchtanfälliges Gehirn. Bei einer Sucht ist das Gleichgewicht zwischen den Botenstoffen - vor allem bei Serotonin und Dopamin - im Gehin gestört. Süchtiges Verhalten kann besonders dann entstehen wenn der Serotoninspiegel zu niedrig und der Dopaminspiegel gleichzeitig zu hoch ist oder wenn beide in zu geringer Konzentration vorhanden sind.

Zuckersüchtige haben deren Zuckerverzehr nicht mehr unter Kontrolle, man verlernt das Rationieren und sie essen nicht nur eine Praline sondern die gesamte Pralinenschachtel auf einmal auf bevor das schlechte Gewissen sich dann meldet. Manche horten heimlich Süßigkeiten und naschen wenn sie keiner beobachtet. Das deutlichste Zeichen sind jedoch die Entzugserscheinungen sobald man einige Stunden keinen Zucker gegessen hat.



13 Tipps um den Zuckerkonsum einzuschränken, im Besten Fall komplett zu unterbinden


  1. KEINE GEZUCKERTEN GETRÄNKE bestenfalls nur kohlensäurefreies Wasser

  2. LEBENSMITTEL MIT NIEDRIGER GLYKÄMISCHER LAST ZU SICH NEHMEN bestenfalls selbst gekocht mit viel Gemüse, basenüberschüssig und hochwertigen Zutaten z.B. veganes Pad Thai

  3. BEIM EINKAUFEN ETIKETTEN VON FERTIGPRODUKTEN LESEN vorher schlau machen welche Bezeichnungen "Zucker" auf den Deklarationen haben kann

  4. ROHKOST-NASCHEREIEN MIT TROCKENFRÜCHTEN dran bleiben - dein Körper braucht Zeit um sich an die natürliche Süße zu gewöhnen am Ende dieses Artikels wartet ein Rezept auf dich :)

  5. REDUZIERUNG VON KOFFEIN UND ALKOHOL sie fördern die Entstehung von Blutzuckerschwankungen

  6. PIKANTES FRÜHSTÜCK z.B. Vollkornbrot mit Aufstrich, Tomaten und Gurken sowie einen grünen Smoothie

  7. KEINE FERTIGWÜRZE mit frischen oder getrockneten Kräutern würzen

  8. HOCHWERTIGE PROTEINREICHE LEBENSMITTEL ZUM SALAT UND GEMÜSE oft leiden Zuckersüchtige auch an einem Proteinmangel z.B. Sprossen, Nüsse, Ölsaaten, Quinoa, etc.

  9. DISZIPLIN wenn man 3o Minuten zwischen Hauptmahlzeit und Dessert wartet hat sich der Blutzuckerspiegel von selbst wieder reguliert und man hat keinen Süßhunger mehr

  10. ÖFTER UNTER FREIEM HIMMEL AUFHALTEN der Serotoninspiegel steigt wenn wir draußen das Sonnenlicht genießen

  11. MUNDSPÜLUNGEN MIT XYLIT bei Lust auf Süßes Mundspülungen mit Xylit machen, fördert auch die Zahngesundheit

  12. ÖFTER BITTERSTOFFE ZU SICH NEHMEN unsere Zunge hat deutlich mehr Rezeptoren für den Geschmack "Bitter" als für "Süß" die Bitterstoffe dominieren sehr rasch unser Geschmacksempfinden und verdrängen den Süßhunger

  13. DARMSANIERUNG da nach langer Zuckersucht die Darmflora meist stark beschädigt ist und Darmpilze sich breit machen


Du willst mehr über die Folgen des Zuckerkonsums wissen?

Der australische Regisseur Damon Gameau unterzog sich im Film "Voll verzuckert" 60 Tage einem Selbstversuch und nahm wie der australische Durchschnittsbürger in seiner Ernährung 40 TL Zucker täglich (!) zu sich.



Zum Abschluss möchte ich ein Rezept für einen gesunden Snack mit dir teilen: OATMEAL-ENERGY-BALLS aus dem Buch Zuckerfrei für Berufstätige von Hannah Frey


Zutaten 100g Trockenpflaumen

50g Rosinen

1 EL Feinblatt-Haferflocken

2 EL Mandeln

1 EL Kürbiskerne

1 EL Haselnusskerne

1 Msp. gemahlene Vanille

1/2 TL Ceylon-Zimtpulver


Zubereitung Trockenpflaumen grob würfeln und mit Rosinen, Haferflocken, Mandeln, Kürbis- und Haselnusskernen in einen Hochleistungsmixer geben. Alles pürieren, bis eine formbare glatte Masse entstanden ist. Mit Vanille und Zimt abschmecken.


Zu 10 gleich großen Kugeln formen und die Oatmeal-Energy-Balls in einem Vorratsbehälter luftdicht verschließen. Vor dem Verzehr noch

30 Minuten in den Kühlschrank stellen.


Gekühlt mindestens 2 Wochen haltbar.