Zuckerfreie Marmelade

Vor einigen Monaten habe ich schon mal ein leckeres Marmeladerezept ins Netz gestellt. Dieses ist aber absolut nicht vorratstauglich und eignet sich nur für ein Glas, das innerhalb weniger Tage verbraucht wird. --> Ruck-Zuck Marmelade


Vor Kurzem stoß ich auf ein zuckerfreies Marmeladenrezept. Ich war überrascht, wie einfach und schnell man 12 Gläser (je nach Größe natürlich) auf Vorrat herstellen kann. Ich muss gestehen Marmelade einkochen war nie mein Ding, da ich es immer mit viel Arbeit verknüpft hatte und das Sterilisieren der Gläser für mich nie wichtig war, aber man lernt ja bekanntlich nie aus und das Leben ist voller Veränderungen. :)


Dieses Rezept eignet sich wunderbar um den eigenen Zuckerkonsum zu reduzieren. Wohl gemerkt wenn ich von Zucker spreche meine ich den industriell hergestellten weißen Zucker. Zucker in Form von natürlicher Süße der (kompletten) Frucht ist natürlich vorhanden!


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HIER geht es direkt zum Rezept.




Wie wir bekanntlich wissen nehmen wir bereits zum Frühstück einen Großteil der täglichen Zuckermenge zu uns, da viele von uns größtenteils süß frühstücken

  • Zucker in Kaffee oder Tee

  • Orangensaft aus dem Tetra-Pack

  • Müslimischungen von namhaften Herstellern

  • Fruchtjoghurt aus dem Kühlregal

  • herkömmliche Marmeladen und Brotaufstriche

  • und ja auch im gekauften Brot – allem voran im Toastbrot ist Zucker enthalten


Im Endeffekt – und das kann jeder ganz einfach selbst überprüfen – ist im herkömmlichen Supermarkt Zucker in jedem Fertiggericht zugesetzt. Nicht immer ist dies auf dem ersten Blick ersichtlich, da Zucker nicht offensichtlich deklariert werden muss. Du kannst aber bei verpackten Produkten auf die Nährwertangaben achten. Unter dem Begriff "Kohlenhydrate" müssen alle Kohlenhydrate deklariert sein, welche im Körper umgesetzt werden. Darunter fallen Monosaccharide (Einfachzucker), Disaccharide (Doppelzucker), Oligosaccharide (Vielfachzucker) und Polysaccharide (Mehrfachzucker). Ausgeschlossen davon sind die in Früchten, Gemüse, Milch- und Getreideprodukten enthaltenen natürliche Zuckerarten wie Fruchtzucker, Milchzucker oder Stärke.


Daher sollte man Lebensmittel so unbehandelt wie möglich kaufen und dann selbst weiterverarbeiten. Denn dann hast du in der Hand was du zu dir nimmst. Meiner Meinung nach ist es eines der erfülltesten Dinge im Leben zu wissen was ich zu mir nehmen und das Beste – ich kann es selbst steuern welche Zutat ich gerne noch ergänzen möchte und welche Zutat ich lieber weglasse, da sie mir nicht schmeckt oder meinem körperlichen Empfinden schadet.


In diesem Leben haben wir nur diesen einen Körper, den wir so gut es uns möglich ist behandeln sollten. Ich bin keine Heilige auf diesem Gebiet, aber ich kenne die Konsequenzen dahinter und „sündige“ sehr bewusst. Das Zauberwort heißt auch hier: Eigenverantwortung. Erschreckend ist, dass viele Menschen gar nicht nachdenken was sie zu sich nehmen und dann allem und jedem die Schuld geben warum gewisse Krankheiten sich in ihr Leben einschleichen, da sie die Konsequenzen dahinter nicht kennen bzw. sich auch nicht damit beschäftigen möchten.


Ich glaube, dass das Essverhalten die Liebe zu uns selbst in einer gewissen Art und Weise widerspiegelt. Schade ich mir und meinem Körper mit der zugenommenen Nahrung? Nehme ich mir ausreichend Zeit fürs Essen? Lasse ich mich beim Essen ablenken? Wie ist meine Einstellung zu den Lebensmitteln? Bin ich dankbar, dass ich was zum Essen habe? Wie viel sind mir die Lebensmittel wert?

Hier ist jeder eingeladen sich mal selbst zu reflektieren, sofern er das auch möchte. :)

 

In meinem Beitrag Zucker – das süße Gift erkläre ich welche Folgen der Konsum von weißem

Industriezucker, der eigentlich in dieser Zusammensetzung so nicht in der Natur vorhanden ist und in weiter Folge auch eigentlich nichts in unserem Körper zu suchen hat, schleichend über Jahre hinweg in uns anrichtet. Nachtragend dazu möchte ich hier auch die Schritte von der Zuckerrübe zum Zucker demonstrieren:

  1. Zuckerrüben waschen, zerkleinern und auslaugen

  2. Reinigung mit Kalk (alkalische Reaktion) => Vernichtung fast aller Vitalstoffe

  3. Trennen von Zuckersaft und Schlamm in Filterpressen

  4. Bleichen durch schwefelhaltige Säure

  5. Eindampfen (aus Dünnsaft wird Dicksaft)

  6. Mehrmaliges Kochen im Vakuum (Kristallisation)

  7. Ausschleudern in Zentrifugen

  8. Filtrieren auf Knochenkohle oder mittels pflanzlicher Komponenten

Anscheinend wird Knochenkohle zum Entfärben nur vereinzelt in den USA angewendet. Tricky ist jedoch, dass man dies nicht deklarieren muss. In deutschsprachigen Raffinerien werden (angeblich) nur pflanzliche Komponenten verwendet. Dies wird durch eine Selbstauskunft bestätigt und wird nicht behördlich überprüft. Kann man also nun glauben oder nicht. :)

Es ist leicht nachvollziehbar, dass die hitzeempfindlichen Vitalstoffe ein solches Produktionsverfahren nicht überstehen. An dieser Stelle können wir einen weiteren Mythos aus der Welt schaffen, nämlich dass brauner Zucker gesünder sei als weißer Zucker. Brauner Zucker besteht zu 99% aus Rohrzucker. Die geringen Spuren von Mineralien haben keinen Gesundheitswert und können einfach durch jedes andere Lebensmittel zugeführt werden. Die noch enthaltenden „Verunreinigungen“ haben eher nachteilige Wirkung. Wichtig zu wissen ist, dass auch Fruchtzucker und Traubenzucker in isolierter Form genauso schädlich wie Rohrzucker sind.


Es ist denkbar einfach das oben genannte Frühstück in eine zuckerfreie Variante abzuändern und so den täglichen Bedarf der Zuckeraufnahme zu reduzieren:

  • Kaffee oder Tee ohne Zucker

  • frisch gepresster Orangensaft

  • Haferflocken, Leinsamen, gepuffter Amaranth, getrocknete Früchte etc. sortenrein kaufen

  • selbst frische Früchte in Joghurt (Kokos- der Soja) mischen - ggf. mit Agaven- oder Ahornsirup süßen

  • selbst hergestellte Marmelade oder Brotaufstriche bevorzugen

  • Brot und Gebäck selbst backen

  • mehr Gemüse und pikante Brotaufstriche in das Frühstück einbauen

In dem Beitrag zum Schwarzen Holunder findest du auch ein Rezept für einen Sirup ohne raffinierten Zucker, der nicht nur mit Holunderblüten sondern auch mit Zitronenmelisse super gut schmeckt.

 

REZEPT MARMELADE ZUCKERFREI

  • 3,2 kg Früchte (Kernobst vor dem Wiegen entkernen)

  • 1 Liter Apfelsaft

  • 2 EL Agar-Agar (pflanzliche gesunde Alternative zur Gelatine)

  • Saft einer Zitrone

  • optional Vanilleschote oder Tonkabohne


Für das Sterilisieren der Gläser einen großen Topf Wasser zum Kochen bringen und die Gläser + Deckel einige Minuten kochen. Meistens sind so ca. 3-4, die gleichzeitig in einem größeren Topf Platz haben. Füllst du die Gläser ab, dann können wieder die nächsten kochen and so on ...


ACHTUNG: die Gläser sind brennend heiß. Am Besten verwendest du zum Rausheben eine Gabel und zum Abfüllen einen Topfhandschuh oder etwas anderes in der Art mit der du das heiße Glas gut im Griff hast und das dich vor Verbrennungen schützt.


Den Apfelsaft in einen anderen Topf leeren und sofort das Agar-Agar hinzufügen. Mit einem Schneebesen verrühren und zum Kochen bringen. Anschließend den Zitronensaft hinzufügen.

Dann je nach Größe der Frucht ganze Früchte (z.B. bei Erdbeeren) oder geviertelte - halbe Früchte (z.B. bei Marillen) hinzufügen und ca. 10 Minuten köcheln lassen. Anschließend die Marmelade mit einem Pürierstab pürieren und mit Hilfe eines Esslöffels eine Gelierprobe machen.

Ein wenig Marmelade auf den Löffel geben und für einige Minuten in den Kühlschrank stellen. Läuft die Marmelade nicht mehr vom Löffel runter ist alles gut :) Ist sie dir jedoch zu dick, dann gib noch Apfelsaft hinzu. Ist sie zu dünnflüssig, dann erwärme in einem kleinen Topf wieder Apfelsaft und Agar-Agar und gebe ihn dann in den großen Marmeladetopf und koche alles nochmals gut auf für einige Minuten. Dann kannst du ja nochmals die Gelierprobe wie oben beschrieben durchführen.

Und wenn die Konsistenz für dich in Ordnung ist kannst du optional nun das Mark einer Vanilleschote auskratzen oder eine Tonkabohne reiben und hinzufügen. Alles nochmals umrühren und dann kannst du dich ans Abfüllen der Gläser machen.


Die Gläser sollten frisch aus dem heißen Wasserbad entnommen werden und mit der kochend heißen Marmelade befüllt werden. Deckel drauf und umgedreht auf dem Kopf stehend auskühlen lassen.